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 I'll never let go

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Amy

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BeitragThema: I'll never let go   Mo Feb 21, 2011 7:32 pm

And I only have have eyes for you.
But I'm blind.
The only color I know is you.

So just stay, I'll say all I need is you.
Please don't go, I promise if you stay I'll never let go.


Ein letztes mal fuhr die rothaarige mit ihrer Hand über den seidengrauem Nasenrücken des Apfelschimmelhengstes. Sie lehnte sich über den am Boden liegenden Hengst. Er rührte sich nichtmehr. Er konnte nicht mehr. Eine Träne des sechszehnjährigen Mädchens hinterließ einen dunklen Fleck im hellen Fell des Pferdes. Sie sahen sich das letzte Mal an. Dann schloss der große Hengst mit einem lauten seufzen die Augen. Und hielt sie geschlossen.....für immer

Die rothaarige fackelte nicht lange. Kurz nach dem Tod ihres Pferdes verließ sie die Riding Academy. Sie wollte nicht mehr da bleiben. Wollte nicht an den Moment erinnert werden, wie sie seid Jahren das erstemal wieder geweint hatte. Sie würde es verdrängen, genau wie die Abreise von Allen.

Allen

Ihr Gesicht verzog sich schmerzhaft als ihre Gedanken wieder selbstständig anfingen um ihm zu kreisen. Sein typisches Grinsen. Seine schwarzen Augen, die ihr Herz immer aussetzen ließen. Die ihr das Gefühl gaben, als ob sie ganz tief in sie sehen konnten. Als ob er sie lesen konnte. Wie ein Buch....
Ihre Hand bohrte sich in den Ledersessel des Flugzeuges. Warum saß sie denn jetzt hier?! Warum saß sie im Flugzeug auf den Weg zu ihm?! Er hatte es nicht verdient. Doch sie brauchte ihn jetzt. Sie schloss ihre Augen und lehnte den Kopf gegen die Lehne.
In ihrem Kopf waren tausend von Fragen. Würde er sich freuen sie wiederzusehen? Würde er sie überhaupt wieder erkennen?
Ein qualvolles seufzen drang aus der tiefe ihrer Brust. Sie durfte nicht ihre Maske verlieren. Sie musste standhaft bleiben.

Als sie den Flughafen verließ, wusste sie zunächst nicht wohin. Wo sollte sie nach ihm suchen? Ein paar Tage lang irrte Amy wirklich in der Stadt umher. Übernachtete mal hier-mal dort.
Dann fand sie diese Villa. Und blieb dort. Das war es, was sie brauchte. Sie brauchte diesen Zufluchtsort. Doch jetzt brauchte sie ihn...

_

Natürlich erkannte sie ihn sofort, auch unter den ganzen anderen Leuten die dort standen. Sie sah in lange Zeit von hinten an. Wie seine Haare in dem starken nordischen Wind wehten, nein tanzten. Schmerzhaft wurde ihr bewusst, wie sehr sie ihn vermisst hatte.
Sie setzte langsam die Sonnenbrille ab, in der Hoffnung, Allen würde sich gleich umdrehen, sie sehen und zu ihr kommen. Und dann? Das wusste Amy selbst auch nicht. Sie würde ihm von Woodstock und ihrem Reitunfall erzählen. Davon, dass sie sich selbst einige Verletzungen zugezzogen hatte. Davon, dass ihre Eltern umgezogen waren. Ohne ihr davon zu erzählen.
Davon, dass ihr Leben keinen Sinn mehr machte, seid er nicht mehr da war. Seid er sie verlassen hatte.

Der sonst so kühle Blick des Mädchens wurde für einen Moment weich, beinahe zärtlich. Doch schnell härteten sich die Fronten wieder und der skeptische Gesichtsausdruck tauchte wieder auf. Sie stand da einfach. Abwartend ob er sich umdrehen würde...
Und es passierte das, was sie sich von ganzen Herzen wünschte. Er drehte sich zu ihr um, sah sie. Ein lächeln auf seinem Gesicht? Sie war sich nicht sicher. Ihr Herz fing an zu rasen. Es war wie früher. Doch jetzt war jetzt. Jetzt stand sie hier.

Wartete auf ihn.
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BeitragThema: Re: I'll never let go   Mo Feb 21, 2011 8:28 pm

Flieger nach Island, 9:13 AM, Erste Klasse, Montag, Woche eins
Allen Johannson fühlte sich allein. Unbeobachtet. Seufzend strich er sich mit der Hand über das Gesicht, rieb die Augen. Schlaf. Ach, was war schon Schlaf.... sowas brauchte er nicht... er war einfach nur ein bisschen fertig, das war alles...
Der Sechszehnjährige Jungschauspieler widerstand dem Drang, sich eine Zigarette anzuzünden. Seit wann er rauchte? Keine Ahnung... hatte irgendwann irgendwie damit angefangen. Irgendwo. warscheinlich nicht in Montana... eher Australien...
Er gönnte sich keine Pause mehr, seit er die USA verlassen hatte. Warum auch? Dann käme er nur dazu, nachzudenken. Und wenn er wie jetzt im Ledersitz des Fliegers saß, ganz allein in der ersten Klasse, erinnerte er sich kaum noch, dass er mal ein Leben, fern ab von trubel und Ruhm und Konsum gehabt hatte.
Ja, Allen war mit 16 Jahren ausgelaugt wie ein Fünfzigjähriger. Er konnte nicht mehr.
Aus der Lautsprecheranlage war zu entnehmen, dass das Flugzeug zum Landeanflug ansetzte, und er schnallte sich nicht an. Ließ es drauf ankommen.


Filmset "Shining Tears X Wind", Island, 4:05 PM, Mittwoch, Woche drei
Wer spielte hier wem was vor?
Allen schenkte Baptista ein sarkastisches Lächeln. Seine rothaarige Hauptprotagonistin, die im Film eine wundervoll niedliche Gestalt darstellte, welche den ahnungslosen Loser der Schule in ein fantasievolles reich entführte, stellte sich als wahre Atrappenshow dar. Am einen tag unglaublich kitschig, sodass man jede Szene acht Mal dehen musste, am nächsten Morgen ein völlig anderer Mensch, der sich einfach perfekt vor der Kamera machte.
"KÖNNTE jetzt mal BITTE einer das Licht RUNTERDREHEN?! DANKE ihr schweine!", brüllte der regiesseur, Lankford genannt, über das Set, obwohl er zum Ende hin immer leiser wurde.
Islands malerische Landschaft machte sich perfekt für den surrealen Ort, an den Baptista, im Film Joliehann genannt, Allens Rolle, mit Namen Anton, entführte. Der Wind zerrte an seinen Haaren, und sofort huschte eine maskenbildnerin zu ihm herüber. Allen ließ die Prozedur über sich ergehen. Es half nichts, ihnen zu sagen, dass die nächste Böe ihre ganze Arbeit wieder zu nichte machen würde.
Als sie fertig waren, wandte sich Allen um, und erlickte zuerst folgendes: rote Haar, dünne statur.
Kurzschluss in seinem Hirn: Baptista.
Bis ihm einfiel, dass Baptista hinter ihm stand.
Er blinzelte.
Konnte das... nein.
Nein. Nein.
Konnte es nicht. Blödsinn.
verstört wandte sich Allen ab.
"Zigarette", murmelte er, und sagte dann lauter zu Eloise, dem Mädchen, das seine Asisstentin sein sollte, "Zigarette, los schon!"
Eloise grabbelte fahrig nach der Packung, die sie für Notfälle am Set aufbewahrt hatte, und reichte sie Allen mitsamt feuerzeug.
In sekundenschnelle war die Zigarette angezündet. Er konnte atmen. ganz ruhig.
Konnte er.
Vorsichtig wandte er sich um. Sie konnte es nicht sein. . .
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BeitragThema: Re: I'll never let go   Di Feb 22, 2011 6:46 am


And though I tried to tell you that I need you
Here I am without you
I feel so lost but what can I do?
'Cause I know this love seems real
But I don't know how to feel

And I break down as you walk away




Angespannt stand sie einfach da, die eine Hand grub sich verzweifelt in ihre Tasche. Ihr Herz raste unverstellbar schnell und wahrscheinlich hielt sie schon die Luft an, seid sie Allen gesehen hatte. Der eisige Wind wehte ihr durch die langen, roten Haare und ließen sie wild herumtanzen und dass, obwohl sie einen lockeren Zopf trug.
Er drehte sich zu ihr um und sah sie an. Als sein Blick ihren traf, würde sie am liebsten zusammenbrechen. Ihre Knie fingen an zu zittern und sie merkte, wie schlecht ihr plötzlich wurde. Doch dann drehte er sich wieder weg. Warum drehte er sich weg?! Sie zog die Augenbrauen zusammen und atmete das erste mal seid Minuten wieder aus. Es war wohl mehr ein entäuschtes ausprusten, aber was hatte sie denn erwartet?
Sie seufzte leise und ging den ersten Schritt zurück. Sie hatte keine Lust mehr hier so dumm rumzustehen und zu warten das etwas passierte. Er hatte sich weggedreht. Das hieß doch alles. Er hatte wahrscheinlich abgeschlossen. Wie sie auch tun sollte. Warum lief sie nur immer der Vergangenheit nach?!
Sie drehte sich um, warf die Tasche über ihre Schulter und ging los. Jeder Schritt weg von ihm tat ihr höllisch weh. Doch sie musste es einfach tun. Was blieb ihr den anderes übrig?!
Sie konnte da doch nicht Tage stehen bleiben, bis irgendeiner der beiden sich entschloss näher zu kommen. Denn, sowohl sie als auch Allen waren die größten Dickköpfe die es nur geben mag.
Sie durfte sich nicht umdrehen. Das wär falsch. Doch sie wollte ihn sehen. Ein letztes Mal.

Sie kämpfte gegen den Inneren Drang an, anzuhalten und zu sehen, was Allen tat. Was war bloß aus ihr geworden?! Ein armseliges, lächerliches Mädchen.
Genau das, was sie nie werden wollte. Sie wollte stark sein. Nicht einknicken. Und was jetzt?!
Jetzt war sie hier. Auf der Suche nach ihn. Das durfte nicht war sein. Ihre Schritten wurden langsamer, sie wusste nicht warum. Doch sie konnte es nicht ändern. Sie wollte schneller gehen, doch ihre Beine gehorchten ihr nicht. Schließlich hielt sie an. Sie stand mitlerweile vor dem Filmset.
Verzweifelt fuhr sie sich mit einer Hand durch ihr Haar. Das durfte doch nicht war sein. Was war los mit ihr?!



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BeitragThema: Re: I'll never let go   Di Feb 22, 2011 9:06 pm

Sie ging davon.
An der Art, wie sie ging, hatte er sie erkannt. Diese unterdrückte Wut, dass sie sich von niemandem etwas vorschreiben lassen wollte. Und wenn Allen nicht zu ihr kam, dann ging sie halt.
Es war Amy.
Zu hundert Prozent.
Wie hatte er sie mit Baptista verwechseln können? Sie war überhaupt nicht wie die merkwürdig Schauspielerin. Sie war so rau und natürlich und einfach... eben einfach Amy.
Allen sog den Rauch ein und prustete ihn geräuschvoll aus, ihr starr hinterherblickend. Amy war also hier.
warum? Hatte er sie darum gebeten? was war mit Woodstock? und überhaupt... musste sie nciht zur Schule?
Allen ließ die Kippe zu Boden fallen und steckte die Hände in die Jackentaschen. Sein Blick wanderte zu Lankford, welcher gerade wieder sein Megafon angehoben hatte und über den Platz büllte:
"KOMMT SCHON Leute, wir machen jetzt WEITER!!"
Allen grinste schief und schlufte hinter Amy her. Er hatte nicht großartige Lust darauf, sie aufzuhalten, sich ihr zu stellen. Er würde nichts erklären können. Warum er sie abschiedslos verlassen hatte. Vielleicht würde sie ihm sogar vorwerfen, dass er jedem, jedem, von Naima über Cat, bishin zu der kleinen Riasha, also echt jedem, auf wiedersehen gesagt hatte - abgesehen von ihr.
Aber er war neugierig, was sie hier machte. Und überhaupt.
Immerhin war es Amy.
Eloise versuchte erfolglos, ihn aufzuhalten, doch Allen achtete überhaupt nicht auf sie.
"Amy!", rief er ihr hinterher, und betrachtete mit einem Anflug von Sehnsucht im Pokerface ihr tanzendes Haar.
Als er sie einholte, da sie stehen blieb, fiel ihm ein, wie bescheuert er in der Rolle des Anton aussah. Schnell zog er die Hände aus den Taschen und verwuschelte sein Haar. Dann ging er zögernd auf sie zu.
Ein schöner Rücken konnte ihn nicht entzücken; er wollte ihr gesicht sehen.
"Hau doch nicht immer ab."
Das klang fast, als nörgelte er. Obwohl es doch neutral gemeint war.
Und irgendwie eine ungemein lächerliche Ironie; immerhin war er ja abgehauen. . .


[Krass, ich hab genau das gleiche Lied gehört! oo'
Ich wollte es eig auch zitieren, weil "Stay" ja passt.... raus aus meinem Hirn! xDD]
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BeitragThema: Re: I'll never let go   Fr Feb 25, 2011 3:00 pm


Can I hold you again
oh I cant wait to see You
holding Me near ,holding Me still
holding me ...
still




" Amy!"

Allein der Klang seiner Stimme, ließen ihre Augen weiten und es schien, als würde ihr Herz aufhören zu schlagen. Es fühlte sich für sie an, als würde sich ein Seil um ihre Brust legen und alles abschnüren. Sie bekam keine Luft mehr, ihr Magen verkrampfte sich und ihr wurde kalt.
Sie konnte sich jetzt nicht umdrehen. Nicht jetzt in dieser Verfassung. Doch sie musste, schließlich wollte sie ihm ins Gesicht sehen. Seine markanten Gesichtszüge, die sie so sehr vermisst hatte, die die sie so über alles lieb-NEIN! Daran wollte sie nicht denken. Für solche Gedanken hatte sie keinen Nerv. Niemals. Sie atmete tief ein und straffte ihre Schultern.

"Hau doch nicht immer ab."

Dieser nörgelnde Ton in seiner Stimme. Ein grinsen huschte über ihr Gesicht. Das war typisch er.

" Wenn ich eins klarstellen darf. Du bist hier abgehauen. "

Und dass, ohne sich bei ihr zu verabschieden. Bei jedem aus der Academy war er gewesen und hatte sich verabschieded. Aber bei ihr? Nein. Sie wusste nicht warum er nicht bei ihr gewesen war. Warum er ihr nicht 'Tschüss' gesagt hatte. War sie ihm nichtmal das Wert? Und jetzt stand sie hier. Wieder bei ihm.
Er würde noch denken, dass sie ihm hinterher laufen würde. Na super. Sie zog die Augenbraun bei dem Gedanken zusammen, dass es so rüberkommen musste, als wäre sie einer seiner Stalkerinnen. Gott, war das peinlich.

Langsam drehte sie sich um, um Allen anzusehen. Als sie ihn sah, lag der typische 'Amy-Blick- auf ihrem Gesicht. Die Augenbraunen waren leicht zusammengezogen, doch um ihre Lippen lag das sarkastische Lächeln, was das einzige lächeln war, was Amy vor anderen zeigte.
Sie hatte es aufgegeben ihre Haare zu bändigen. Sie waren in diesem Wind eh nicht aufzuhalten. Sondern sie tanzten wild umher. Beinahe wie Feuer.

Was sollte sie jetzt machen? Sie hatte den Drang ihn zu umarmen, doch sie wusste, dass sie es nicht machen würde.


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BeitragThema: Re: I'll never let go   Fr Feb 25, 2011 6:56 pm

Er wollte ihr antworten. Wollte er wirklich. Aber er wusste, wenn er jetzt etwas sagen wollte, würde kein Ton über seine Lippen kommen. Nicht einer.
Amy hatte ihm seinen Atem geraubt, und es war eine lange Zeit vergangen, seit dem das das letzte Mal passiert war. Aber er muste etwas sagen. Es war sein beruf, etwas zu sagen.
Sag etwas!
"Hm."
Heftig, wie schlagfertig er war!
i>
Und er schenkte ihr sein flegelhaftes Grinsen, denn er war froh darüber. Er wollte mit ihr reden. Wollte sie fargen, wie sich alle auf der Riding Academy verändert hatten. Wer neu war. Ob noch wer weggegangen waren. Was aus der Bree-Lucan-Cat- Geschichte wurde. Ob Laiurenty Walker geblieben war. Ob Naima ihren Film zuende gedreht hatte. Ob Kaluna und Luka noch zusammen waren. Wie es Woodstock ging. Ob Yvonne Riasha noch aushielt. Ob man noch über ihn gesprochen hatte.
"ICH HAB GESAGT WEEEITER! JOHANNSON!", unterbrach das Brüllen des Regiesseurs seine Gedanken.
Allen packte Amy, ohne zu überlgen, am handgelenk und zog sie hinter sich her.
"Komm mit! Wenn wir reden müssen, dann nicht hier!"
Und sie mussten reden.


Heuböden des Isländerhofs Frodur, Island, 4:14 pm, Mittwoch, Woche drei

Atemlos erreichte Allen den kleinen, idyllischen Islandhof in der Nähe des Filmsets. Es war so einfach gewesen, über die flachen Hügel mit dem Wind im Rücken davon zu laufen. Und er hatte sie die ganze zeit nicht losgelassen.
Allen kletterte flink und ohne zu zögern die Holzleiter auf den Heuboden, noch immer das Grinsen auf den Lippen. Welch freiheit - sie erinnerte ihn an den Ritt mit Amy durch den Regen, der so wundervoll gewesen war. Bis Woodstock dummerweise ausgerastet und das Gewitter die vier eingeholt hatte.
Die vier.
Firefly.
Er schluckte, jetzt wieder ernst.
Das zerzauste Haar kurz mit den Fingern durchkämmend, doch den Blick aus den dunkelgrünen Augen fest auf die Rothaarige gerichtet, ließ er sich auf einen Haufen fallen und kreuzte die Beine.
Anschließend blickte er sich um.
"Hier bin ich öfter, wenn ich Ruhe vor ihm brauche."
Ihm. Dem neurotisch-durchgeknallten Regiesseur Lankford.
Allen konnte sich das erlauben; er war immerhin... na, sagten wir mal, Lankford hatte sich drum gerissen, ihn zu bekommen. Allen hatte nach Ablenkung gesucht, es passte also gut.
Jetzt sah er wieder Amy an und musste leicht lächeln, nur ganz leicht.
"Also- ... was machst du eigentlich hier?!"
. . .
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BeitragThema: Re: I'll never let go   Sa Feb 26, 2011 8:18 pm


I tried so hard to not walk away
And when things don't go my way
I'll still carry onjust the same
I've always been strong


But can't make this happen





Als Allen und sie den Isländerhof betraten, verzog sich Amys Magen krampfhaft. Plötzlich wurde ihr schlecht. Dieser bekannte Pferdegeruch, ließ ihr eine Gänsehaut über den Körper rennen.
Ihre Schritte wurden langsamer und ihr Blick glitt langsam über den Stalltrakt, über die weit ausscheifenden Weiden, wo vereinzelt ein Islandpferd zu sehen war. Langsam ging sie ihm hinter her und ließ sich langsam in das Stroh sinken. Ihr Körper funktionierte gerade wie der eines Roboters.
Ihre Gedanken waren woanders. Sie waren bei Woodstock.
Es war so ruhig und entspannend hier. Er könnte hier so glücklich sein, wenn er mit den anderen Pferden einfach auf der Weide stehen würde. Kein stressiges Tunierleben, sowie sie es ihm angetan hatte.
Doch sie, sie hatte ihn dazu gezwungen. Schließlich war sie es, die sich entschloss mit ihm zur Academy zu gehen. Sie hatte entschieden mit dem Hengst in der Vielseitigkeit zu starten.
Und es war ihr Fehler, dass sie genau an dem Hindernis gestürzt waren. Sie wollte unbedingt trainieren, obwohl es regnete. Sie wollte sich ablenken. Sie hatten diesen Kick gebraucht und nicht der Apfelschimmelhengst.
Und dann, war es so schnell vorbei. Mit einem Mal.

Wie ein Film lief dieser Tag vor ihren Augen. Wie die beiden im Regen den Geländeparcours ritten und durch das Trainig von Stan Brooks, den wohl bekanntesten Amerikanischen Vielseitigkeitsreiter den es gab, mitlerweile einen S Pacours schafften.
Unkonzentriert ließ die rothaarige den mit Matsch bedreckten Apfelschimmel wieder anspringen. Nach der Scharfen 90 Grad Kurve, ließ sie den Hengst mit weiten Galoppsprüngen seinen Weg durch den tiefen Matsch finden, um das nächste Hindernis anzusteuern. Diesen riesen Baumstamm, nachdem es direckt bergab ging. Sie hätte sich denken müssen, dass die Strecke nach dem Sprung matschig sein würde. Doch es war ihr egal. Ihre Gedanken schwiffen um ihn. Er war einfach so gegangen. Einfach so.
Woodstock legte verstört die Ohren an und riß seinen Kopf aus der Anlehnung um ihn in die Luftzustrecken und seinen Rücken durchzudrücken. Amy reagierte mit einer harten Parade und setzte sich tiefer in den Sattel. Sie durfte jetzt nicht an ihn denken. Die Regentropfen fühlten sich für Pferd und Reiter wie tausend Nadeln an, die auf einen einstachen. Sie kniff die Augen etwas mehr zusammen und nahm die Zügel an, als der große Sprung vor den beiden auftauchte. Woodstock wollte abspringen, suchte den halt. Doch seine Hinterbeine schlitterten durch den Matsch, fanden zunächst keinen geeigneten Absprung.
Amy lehnte sich weiter nach vorne, um so die Hinterhand des Hengstes zu enlasten. Sie wusste nicht wie, aber sie schafften es über den Sprung hinüber zu kommen, doch mit der Landung sah es schon ganz anders aus.
Der große Hengst landete zwar auf den Beinen, rutschte dann allerdings weg und fiel auf die Knie. Sofort färbten sich die hellgrauen Knie des Hengstes rot. Seine Nüstern schlugen auf den Boden auf, sein Gewicht warf ihn zu Boden.
Der harte Aufprall ließ Blut aus den Nüstern des Hengstes laufen. Ein stöhnen drang aus der Brust des Hengstes, als er den Hang auf der Seite liegend herunterrutschte. Er spürte seine Vorderbeine nicht mehr.
Amy war über die Schulter des Hengstes gefallen, und rutschte vor und halb unter ihm den Hang hinunter. Sie hatte Todesangst. Das würden sie nicht schaffen. Der große Pferdekörper der auf ihr lag, schnürte ihr die Luft ab. Sie bekam keine Luft mehr.
So langen sie da. Im Matsch, während es grausam weiter auf sie ein regnete.
Langsam versuchte sie sich unter dem Pferdekörper hervorzuziehen. Doch ihre Beine schmerzten sosehr. Sie stöhnte auf, als ihr schwarz vor Augen wurde. Ihr war so schlecht. Wahrscheinlich hatte sie eine Gehirnerschütterung. Oder mehr. Ihr Helm hatte den Aufprall zwar gedämmt, doch sie spürte was warmes ihre Schläfe runterrennen. Sie hielt sich an der kurzen, seidigen Mähne des Hengstes fest und zog sich mit aller Kraft unter ihm hervor. Doch er rührte sich nicht mehr. Er lag einfach da. Das sonst so seidig schimmerende fell war nass und mit eine braun-roten Kruste bedeckt. Die Atmung des Hengstes war flach, sie war kaum vorhanden. Weiterhin floss das Blut aus seinen Nüstern. Seine Vorderbeine waren blutig geschrammt und ihn einem falschen Winkel zueinander. Sie waren gebrochen.
Das war der Moment, wo Amy seid Jahren das erstemal wieder Tränen die Wangen herunterrannen. Sie beugte sich über den Kopf den Hengstes und weinte. Leise. Ein letztes mal fuhr die rothaarige mit ihrer Hand über den seidengrauem Nasenrücken des Apfelschimmelhengstes. Sie lehnte sich über den am Boden liegenden Hengst. Er rührte sich nichtmehr. Er konnte nicht mehr. Eine Träne des sechszehnjährigen Mädchens hinterließ einen dunklen Fleck im hellen Fell des Pferdes. Sie sahen sich das letzte Mal an. Dann schloss der große Hengst mit einem lauten seufzen die Augen. Und hielt sie geschlossen.....für immer.


Die Träne die über ihre Wange rann, ließ sie zusammenzucken. Schnell fuhr sie mit ihrer Hand über ihr Gesicht, tarnte das wegwischen der Träne, mit dem zuseite streichen ihrer Haare. Sie atmete tief durch und stützte den Kopf in beide Hände.
Sie brauchte es nicht zu verstecken. Sie wusste, dass Allen in ihr laß wie ein Buch. Natürlich hatte er die Träne bemerkt. Natürlich merkte er, dass etwas nicht mit ihr stimmte.
Sie starrte einen Moment ins Leere, ehe sie langsam den Blick hob um ihn anzusehen. Sie wollte sich nicht verstellen. Die Starke spielen. Doch sie wollte nicht sein Mitleid.Sie brauchte niemanden, außer sich selbst.
Die sechszehnjährige wollte nichts sagen, nicht jetzt. Sie wollte einfach bei ihm sein....
Erst jetzt löste sie ihren Blick von Allen und sah wieder auf das Heu vor sich.


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BeitragThema: Re: I'll never let go   So März 27, 2011 4:37 pm

Allen betrachtete seine altbekannte Freundin aus der Academy.
Es war viel zu viel Zeit vergangen, seit sie sich gesehen haben. Er überlegte einen Moment, war drauf und dran, sich vorzubeugen, ihre Hände in seine zu nehmen.
Aber er konnte nicht, nein, das ging jetzt nicht. Das wäre zu viel von ihm selbst, und das könnte er nicht ertragen. Da würde er zusammenbrechen, wie damals, vor Grace.
Grace. Allen legte den Kopf in den Nacken und scloss die Augen. Wie viele wirkliche Freunde hatte er auf der Academy gefunden? Amy, zu der von Anfang an ein Draht gewesen war? Grace, der er so sehr geholfen hatte, dass sie es nicht in Worte fassen konnte, als er sich verabschiedete? Cat, die er so gut verstanden hatte? Liz, die er als ein bisschen verklemmt, aber doch in Ordnung aufgefasst hatte? Lucan? Bree?
Er schüttelte den Kopf und atemte den beruhigenden Heugeruch ab.

Als er Amy wieder ansah, wischte sie sich gerade die Träne weg.
Etwas stimmte nicht - etwas stimmte gewaltig nicht. Heulte sie jetzt, weil er abgehauen war, ohne ihr etwas zu sagen? Verdammt. Er konnte ihr nicht sagen, dass er dann ausgerastet wäre. Wie damals bei Grace. War es nicht ironisch, dass er die Rothaarige als seine beste Freundin der RA gesehen, und ihr doch niemals etwas von seinem Persönlichkeitsproblem erzählt hatte?! Dass nur das Mädchen mit den Depressionen davon gewusst hatte?
Allen räusperte sich, er wusste nicht, was er tun sollte.
Amy war nicht gerade der Typ, der Mitleid brauchte, sie war stark und unabhängig und frei. Mitleid machte sie schwach und verletzlich - so wollte sie nicht sein. Er wusste es. Er konnte in ihr lesen, das war sein Vorteil.
Dennoch, er hatte solche Situationen schon oft durchexzessiert. Da liefen zwar Kameras, aber so unähnlich war es insgesamt gar nicht.
Der Schwarzhaarige wartete, ließ ihr Freiraum. Sie musste durchatmen, genau wie er. Dann würde sie sich schon fangen.

Er schwieg sehr lange, und betrachtete dabei ihre Hände, nicht ihr Gesicht. Er wollte sie nicht angucken, wenn sie sich in einem Zustand befand, den sie garantiert nicht so super fand, und er wollte sich auch nicht ganz von ihr abwenden.
Langsam öffnete Allen den Mund, suchte nach Worten.
"Geht's?", fragte er sie leise.
Das hier war nicht einfach für sie, für beide nicht. Aber sie schien mehr darunter zu leiden.
Und er war stärker.
. . .

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BeitragThema: Re: I'll never let go   Mo Apr 18, 2011 9:01 pm


hopefully you'll be fine without me by your side
hopefully i will too

times have changed and now i don't even know
myself


do i even want to?




Er beobachtete sie, doch es störte sie nicht. Dieses Mal nicht. Sie hatte große Probleme momentan. Und da flossen schon mal Tränen. Auch bei ihr. Auch bei Amy, die sonst nie weinte. Nie.
Doch der Verlust von Woodstock nagte an ihr, er machte ihr schwer zu schaffen. Sie machte es sich selbst ungemein schwerer, da sie sich die Schuld dafür gab. Schließlich war sie es gewesen, die den Parcours geritten war. Trotz der schlechten Sicht durch das Unwetter und dem verwirrten Inneren.
Doch sie wusste ebenfalls, dass sie den Verlust ihres geliebten Pferde ohne Allen nicht überstehen würde. Sie würde daran zerbrechen, elendig zu Grunde gehen. Sie traute sich nicht, aufzusehen. Ihn anzusehen.
So sah sie einen Moment weiterhin auf das Stroh vor sich. Schloss kurz die Augen, versuchte sich dabei irgendwie zu fassen. Doch diese Umgebung setzte ihr schwer zu. Diese bekannten Gerüche, die bekannten und vor allem geliebten Geräusche…

Kurz seufzte sie auf, ehe sie langsam den Blick hob und Allen ansah. Sie musterte sein Gesicht und es war ihr augenblicklich klar, dass er wusste, dass sie eine Träne verdrossen hatte. Doch, wenn sie ehrlich war… Indem Moment war es ihr egal. Er sollte sehen, dass sie auch Gefühle hatte. Und nicht der grausame, gefühlskalte Mensch war, für den sie immer gehalten wurde.
Er sah zwar demonstrativ auf ihre Hände, doch sie sah ihn weiterhin an. Wie immer, faszinierte sie alles an ihm. Seine Haarsträhnen fielen genauso umgestühm in sein Gesicht wie damals.

Es verging ein langer Augenblick, ehe Allen etwas sagte. Dachte er, er musste dazu etwas sagen?
Beinahe automatisch fuhr sie mit ihre Hand langsam über rechten Arm, wo sich unter der langärmligen Jacke eine Narbe versteckte, die sie tagtäglich an den Unfall erinnerte und sie immer wieder gedanklich dahin zog.
Zögernd fuhr sie sich durch die roten Haare und zupfte an einer Haarsträhne herum, ehe sie abwog, ob sie Allen alles erzählen sollte. Wenn sie das tat, riskierte sie allerdings, wieder in das Tief zu fallen. Wieder verletzlich zu sein. Doch er war ihr „bester“ Freund.

Leise reusperte sie sich und fuhr sich mit ihrer Hand durch das lange rote Haar.
„…Nein. Tut es nicht.“,

ihre Worte kamen langsam aus ihrem Mund, so als würden sie vorsichtig den Weg nach draußen suchen.

„Ich...Es ist einiges passiert, nachdem du gegangen warst. Wood und ich…Wir hatten einen Unfall. Er...Nein Wir sind gestürzt. Und…Er…ist noch vor Ort verstorben. Wir waren allein. Niemand war da.“ ,

ihre Stimme wurde immer leiser, während ihr Gesicht auch immer blasser wurde. Das ihr Vogel, wie sie ihn liebevoll nannte, nun niemehr wieder kam, machten sie verletzlich. Und sie konnte es nun mal nicht ändern.

“…darum bin ich hier, Allen. Ich hab niemanden mehr. Niemanden.“




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BeitragThema: Re: I'll never let go   So Mai 22, 2011 8:13 pm

Er hatte Amy immer für sehr stark gehalten – sie war auch sehr stark. Und sie konnte diese Rolle auch wirklich gut spielen, wirklich gut. Sie hatte es all die Monate auf der Academy getan, für jedermann. War eigentlich jemand außer ihm dahinter gekommen, dass sie überhaupt nicht so stark war? Hatte eigentlich irgendwer herausgefunden, dass die starke Ablehnung ihrer Eltern nur scheinbar weggesteckt wurde, aber nicht wirklich?
Vermutlich nicht. Vermutlich hatte sich keiner so intensiv mit Amy beschäftigt, wie er.
Allen blies eine Weile Trübsal, den Kopf auf die Hände gestützt, die Ellenbogen auf die Knie, weiterhin Amys Hände betrachtend. Sie konnte ruhig weinen, wenn sie wollte. Er wusste ja ohnehin, dass sie nicht so stark war, wie sie immer vorgab. Er hatte sie ja schon so lange durchschaut – ganz im Gegensatz dazu, dass sie ihn immer noch nicht kannte.

Ihre Worte kamen, so langsam und gleichzeitig so unaufhaltsam, wie die untergehende Sonne. Der Schwarzhaarige fixierte ihre Finger, die an den Haaren herumfummelten, während er fieberhaft überlegte, wie er reagieren sollte.
Schon lange tat er nichts mehr instinktiv, schon lange war er einfach nur jemand, der eine Rolle spielte, irgendeine. Für Amy die des besten Freundes.
Der Halbdäne sog scharf die Luft ein, richtete sich auf und lehnte sich nach hinten, die Augen geschlossen. Er atmete kontrolliert, ein und aus, ein und aus, ein und aus.
Woodstock war tot. Sie hatte sich mit ihm lang gemacht, während er nicht da gewesen war. Ob es was mit der Verspannung zu tun gehabt hatte, die er mal bei dem riesigen Apfelschimmel festgestellt hatte. Er atmete tief und schnaubend aus, ehe er die Augen öffnete und meinte, den plötzlichen Schlag weggesteckt zu haben.
Verdammt ja, es war ein Schlag, ein Schlag mitten ins Gesicht! Deutlich konnte Amy es gar nicht mehr formulieren – „niemand war da“ war „du warst nicht da“?!
Sie hatte niemanden mehr? Schön hatte er noch nie gehabt.
Ruckartig richtete er sich auf.
Er sah gezwungen aus, die Lippen aufeinander gepresst, vollkommen kontrolliert, mit sich selbst kämpfend. Ja, er gab in diesem Moment viel davon preis, was sich in ihm vorging, scherte sich aber nicht darum. Jetzt konnte sie es ruhig wissen.
Er war getroffen, er war traurig, ihm war sogar nach lautem Klagen zu Mute, doch gleichzeitig lagen ihm die versteckten Anschuldigungen auf den Schultern wie Blei, machten ihn wütend und schuldbewusst zugleich.
Er straffte die Schultern, blickte sie direkt an, doch er wusste auch nicht, was er sagen sollte, sondern blickte nur erzürnt auf den Balken über ihrem Kopf. . .
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